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Route 66: Die legendäre Straße von Chicago nach Los Angeles

Route 66: Die legendäre Straße von Chicago nach Los Angeles

Kaum eine Straße der Welt weckt so viele Emotionen wie die Route 66. Sie ist nicht einfach nur ein Weg von A nach B – sie ist ein Symbol für Freiheit, Aufbruch und das Amerika, das man aus unzähligen Filmen und Liedern kennt. Für deutsche Reisende ist ein Roadtrip auf der „Mother Road" oft ein Lebenstraum.

Was ist die Route 66 eigentlich?

Die Route 66 verbindet Chicago im Bundesstaat Illinois mit Santa Monica in Kalifornien – rund 3.940 Kilometer quer durch das Herz Amerikas. Sie führt durch acht Bundesstaaten: Illinois, Missouri, Kansas, Oklahoma, Texas, New Mexico, Arizona und Kalifornien. Eröffnet wurde sie 1926, in ihrer Blütezeit war sie die Hauptschlagader des amerikanischen Westens.

Heute ist die Route 66 offiziell nicht mehr als US-Highway ausgeschildert – sie wurde 1985 aus dem Bundesstraßennetz gestrichen. Doch fast der gesamte historische Streckenverlauf ist erhalten und gut befahrbar. Braune „Historic Route 66"-Schilder weisen den Weg.

Der Streckenverlauf: Highlights pro Bundesstaat

Illinois und Missouri

Der Start in Chicago bietet ein urbanes Gegenstück zum späteren Wüstenfeeling. Pflichthalte: der Grant Park und der Beginn der Route am Adams Street. Weiter geht es durch Springfield (mit Lincoln-Museum) und dann über die Gateway Arch-Stadt St. Louis, Missouri.

Oklahoma und Texas

Oklahoma ist das Herz der Route-66-Nostalgie. Kleine Städte wie Tulsa und Oklahoma City warten mit authentischen Diners, alten Motels und gepflegtem Americana auf. In Texas führt die Strecke durch das Panhandle – flaches Grasland, endlose Horizonte. Das kurze Texas-Stück endet in der Künstlerstadt Amarillo, bekannt für die bizarren Cadillac Ranch: zehn halb vergrabene Cadillacs, bespraybar von jedermann.

New Mexico

Albuquerque und Santa Fe sind kulturelle Höhepunkte. Native American Kunst, adobe-Architektur, Chili-Küche – New Mexico fühlt sich wie ein eigenes Land an. Der Abstecher nach Santa Fe lohnt sich absolut, auch wenn er von der historischen Strecke abweicht.

Arizona

Hier wird die Route 66 zur visuell überwältigenden Erfahrung. Das Painted Desert und das Petrified Forest National Park liegen direkt an der Strecke. Die Stadt Winslow wurde durch den Eagles-Song Take It Easy unsterblich. Und dann: Seligman, die kleine Stadt, die Disney für den Film „Cars" inspiriert hat. Unbedingt besuchen.

Der Grand Canyon liegt nur einen kurzen Abstecher nördlich – wer ihn auslässt, bereut es.

Kalifornien

Die Route führt durch die Mojave-Wüste nach San Bernardino und schließlich ins Los Angeles Basin. Das offizielle Ende: der Santa Monica Pier mit dem berühmten Schild „End of the Trail".

Praktische Planung für die Route-66-Reise

Reisedauer

Für eine entspannte Route-66-Reise sollte man mindestens 14 bis 21 Tage einplanen. Wer nur die größten Highlights mitnehmen möchte, kann es in 10 Tagen schaffen – aber gehetzt ist man dann ständig.

Fahrtrichtung

Die meisten fahren von Ost nach West (Chicago → Los Angeles), da man so nachmittags die Sonne im Rücken hat. Manche bevorzugen West nach Ost, um in Chicago zu enden. Beide Richtungen funktionieren.

Mietwagen

Ein klassischer amerikanischer Mietwagen gehört zum Erlebnis. Automatikgetriebe ist Standard, Vollkaskoversicherung dringend empfohlen. Cabrio oder Pickup – wer mag, darf hier ruhig klischeehaft werden.

Beste Reisezeit

April bis Juni und September bis Oktober sind ideal: angenehme Temperaturen, wenig Massentourismus. Im Juli/August kann es in Arizona und der Mojave-Wüste extreme Hitze geben (45°C+), das sollte man ernst nehmen.

Übernachtungen

Die Wahl zwischen nostalgischen Motels und modernen Hotels ist überall möglich. Wer das Originalflair sucht, bucht in historischen Motels – viele sind günstig und liebevoll restauriert. Reservierungen für populäre Stopps wie Santa Fe oder Flagstaff rechtzeitig vornehmen.

Route 66 Tipps Deutsch: Was viele unterschätzen

Tankstellen-Abstände können in dünn besiedelten Gebieten (Texas Panhandle, New Mexico, Arizona) groß sein. Immer tanken, wenn der Tank unter die Hälfte sinkt.

GPS und Offline-Karten: Das Mobilnetz ist in ländlichen Gebieten schwach oder nicht vorhanden. Offline-Karten herunterladen (Google Maps oder Maps.me) und im Zweifelsfall physische Reiseführer mitnehmen.

Zeitzonenwechsel passieren mehrfach auf der Strecke – und Arizona nutzt keine Sommerzeit (außer auf dem Navajo-Reservat). Das sorgt manchmal für Verwirrung bei Reservierungen.

Budget: Wer sparsam reist, kommt mit 100–130 € pro Tag für zwei Personen durch (inkl. Mietwagen, Unterkunft, Essen). Mit Komfort sind 180–250 € realistischer.

Unverzichtbare Sehenswürdigkeiten auf einen Blick

  • Cadillac Ranch, Amarillo TX
  • Blue Hole, Santa Rosa NM (türkisblaue Naturquelle)
  • Petrified Forest National Park, AZ
  • Seligman, AZ (das „Cars"-Dorf)
  • Route 66 Museum, Clinton OK
  • Santa Monica Pier, CA (Endpunkt)
  • Grand Canyon (Abstecher, Arizona)

Das U.S. National Park Service Travel Route 66-Portal bietet eine hervorragende englischsprachige Übersicht über historische Stätten, Nationalparks und Sehenswürdigkeiten entlang der gesamten Strecke – ideal zur Vorplanung.

Fazit

Die Route 66 ist mehr als Asphalt und Wüste. Sie ist eine Zeitreise durch die amerikanische Geschichte, eine Aneinanderreihung von Kitsch, Schönheit und echtem Fernweh. Wer einmal auf ihr gefahren ist, versteht, warum sie Generationen von Reisenden fasziniert hat – und weiter faszinieren wird.